Manchmal sucht man sich seine Hunde aus — manchmal suchen sie einen aus. Bei uns war es wohl beides.
Unser erster Samojede hat sich in mein Herz geschlichen, als ich ihn in Albagnano sah — einem kleinen buddhistischen Zentrum am Lago Maggiore. Ein Ort voller Ruhe und Herzenswärme, genau wie diese Rasse. Als feststand, dass wir nach Schweden ziehen, begann ich zu suchen — und fand Alnitak. Nur 30 Minuten von unserem neuen Zuhause entfernt, als hätte er dort einfach auf uns gewartet.
Weil er eine kleine OP brauchen könnte, blieb er länger bei seiner Züchterin Mia. Heute ist Mia unsere Freundin — und die OP war nie nötig. So zog Alnitak zu uns. Und damit war unser Rudel plötzlich ein Stück weißer.

Damals gab es da ja auch noch Yeshi, unseren schwarzen Tibet Terrier. Freiheitsliebend, eigensinnig und mein Seelenhund. Er hat unseren Traum vom Leben in der Natur mit angeschoben. Leider ist er nicht mehr bei uns — ein Elch kreuzte seinen Weg und verletzte ihn zu schwer. Es war mitten in „seinem“ Wald an unserem See. Vielleicht hat Yeshi Platz gemacht für unseren neuen Traum: ein eigenes kleines Schlittenhundeteam. Ich vermisse ihn jeden Tag.
Heute laufen hier fünf weiße Fellnasen herum — und jede erzählt ihre eigene Geschichte.
Warum ausgerechnet Samojeden?

Die Frage hören wir oft. Wer Schlittenhunde sagt, denkt zuerst an Huskys. Aber für uns sind Huskys wie ein Sportwagen: schnell, leicht, wild. Samojeden dagegen? Die sind wie Segelboote — sie ziehen ruhig und zuverlässig ihre Bahn, sind gleichzeitig Familienhunde und echte Clowns.
Die Rasse kommt ursprünglich von den Nomaden im nördlichen Sibirien, den Nenzen. Dort teilten die Samojeden Zelte, Betten und Lagerfeuer mit ihren Menschen. Ihre Aufgabe: ziehen, wachen, wärmen — und das spürt man bis heute. Sie lieben Kinder, sie lieben die Freiheit, und sie lieben es, bei jedem Abenteuer dabei zu sein.
Wir waren schon immer ein bisschen anders. Also war klar: Keine Huskys. Sondern Samojeden.
Ob wir damit irgendwann bei Langdistanzrennen mitfahren? Mal sehen. Der Traum lebt — und unsere Hunde auch. Und solange sie ihre Spuren im Schnee ziehen, folgen wir ihnen.

